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Graue Augen: Herkunft, Geschichte und Bedeutung
Graue Augen gelten als eine der seltensten Augenfarben: Nur rund 3 Prozent aller Menschen weltweit haben graue Augen. In der Geschichte wurden immer wieder Götter und Herrscher mit grauen Augen beschrieben, darunter auch die griechische Göttin der Weisheit, Athena. Bis heute ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen um die graue Augenfarbe – doch ob sie wirklich Einfluss auf den Charakter eines Menschen hat, konnte nie abschließend geklärt werden. Klar ist jedoch, dass graue Augen das Risiko für bestimmte Augenerkrankungen erhöhen, Menschen mit grauen Augen jedoch gleichzeitig auch weniger empfindlich gegenüber Alkohol, Medikamenten und Schmerzen sind. In diesem Beitrag erfährst du alles, was du rund um graue Augen wissen musst.
Auf einen Blick
Nur rund 3 Prozent aller weltweit lebenden Menschen haben graue Augen.
Die Intensität grauer Augen variiert von Person zu Person – sie kann sich als dunkelgrau, grau-grün oder grau-blau präsentieren.
Menschen mit grauen Augen gelten als besonders gelassen und sanftmütig. In der Geschichte hatte die griechische Göttin Athena, die Göttin der Weisheit, graue Augen.
Im Rahmen von Studien konnte nachgewiesen werden, dass Menschen mit grauen Augen Alkohol und Medikamente besser vertragen und weniger schmerzempfindlich sind.
Graue Augen sind aufgrund ihrer niedrigen Melaninkonzentration besonders lichtempfindlich – an hellen Sommertagen sollten sie mit einer Sonnenbrille geschützt werden.
Definition und Beschreibung: Das steckt hinter grauen Augen
Graue Augen sind sehr selten – nur rund 3 Prozent aller Menschen weltweit haben graue Augen. Dabei zeigt sich die Augenfarbe in zahlreichen verschiedenen Farbvariationen, mal in einem markanten dunkelgrau, über ein geheimnisvolles grau-grün bis hin zu einem strahlenden grau-blau. Diese Vielfalt geht auf große Unterschiede in der Melaninkonzentration im Auge zurück. Das Melanin, das vor allem in der vorderen Schicht der Iris enthalten ist, wirft blaue Lichtwellen, die auf das Gewebe der Augen treffen, zurück. Je mehr Melanin in der oberen Schicht der Iris enthalten ist, desto dunkler wirken die grauen Augen. Zusätzlich wird von Experten vermutet, dass die im Stroma (eine dicke Schicht, die sich in der Mitte der Hornhaut befindet) befindlichen Fasern das einfallende Licht noch einmal zusätzlich streuen, sodass die graue Farbe der Iris noch deutlicher erscheint. Wie genau graue Augen entstehen und welche Gene an der Entwicklung grauer Augen beteiligt sind, konnte bisher jedoch noch nicht abschließend geklärt werden.
Regionale Unterschiede: Wie verbreitet sind graue Augen?
Graue Augen sind weltweit betrachtet zwar sehr selten, in einigen Regionen kommen sie jedoch statistisch häufiger vor. So haben vor allem in nördlichen Ländern wie Schweden, Finnland und Island einige Menschen graue Augen, aber auch in Osteuropa kommen graue Augen häufiger vor als im Rest der Welt. Dieser regionale Unterschied hängt vor allem mit der Hautfarbe zusammen: Menschen mit sehr heller Haut verfügen über eine geringere Pigmentierung, die sich auch auf die Augen auswirkt. Das wenige Sonnenlicht, das vor allem in nördlichen Ländern zur Verfügung steht, kann so leichter in Haut und Augen eindringen und damit zur Versorgung mit Vitamin D beitragen. Diese geringe Pigmentierung führt auch dazu, dass helle Augenfarben häufiger vorkommen – und dazu zählen auch die grauen Augen.
Vererbung: Genetik grauer Augen
Die Entstehung der Augenfarbe hängt vor allem von genetischen Faktoren ab, wobei insbesondere die Augenfarbe der Eltern eine wichtige Rolle spielt. Braune Augen werden dominant vererbt – wenn ein Elternteil braune Augen hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das gemeinsame Kind auch braune Augen haben wird, sehr groß. Ähnliches gilt auch für grüne Augen, wobei die dominante Vererbung hier nicht ganz so ausgeprägt ist wie bei braunen Augen – ist ein Elternteil braunäugig und der andere Elternteil hat grüne Augen, so werden die Augen des Kindes mit großer Wahrscheinlichkeit braun. Blaue Augen und graue Augen werden dagegen rezessiv vererbt, sie setzen sich in der Genetik also weniger stark durch. Damit graue Augen entstehen können, müssen theoretisch also beide Elternteile blaue oder graue Augen haben.
Ganz so vorhersehbar ist die Vorhersage der Augenfarbe in der Realität aber nicht immer: Die Vererbung der Augenfarbe kann auch einige Generationen überspringen oder durch äußere Faktoren beeinflusst werden, sodass sich am Ende nie genau sagen lässt, welche Augenfarbe ein Mensch haben wird.
Graue Augen bekommen – diese Möglichkeiten gibt es
Die Entstehung grauer Augen ist genetisch bedingt und lässt sich nicht einfach so verändern. In einigen Ländern gelten graue Augen als derart mystisch und beliebt, dass sich Menschen riskanten Operationen unterziehen, um die Melaninkonzentration im Auge zu reduzieren. In Ländern wie Brasilien ist auch das Irisimplantat eine verbreitete Methode, um die Augenfarbe zu verändern. Dabei wird ein farbiges Implantat in die Iris eingelegt, um so die eigentliche Augenfarbe zu verdecken. Diese Operation ist jedoch mit einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken verbunden und kann sogar zum vollständigen Verlust der Sehkraft führen – in den USA und in Europa wird diese Form der Schönheitsbehandlungen daher nicht durchgeführt.
Es gibt aber auch harmlosere Wege, um auf natürliche Weise graue Augen zu bekommen: Mit farbigen Kontaktlinsen kannst du jeden Tag neu entscheiden, in welcher Augenfarbe du dich präsentieren möchtest. Diese Kontaktlinsen sind mit farbigen Pigmenten versehen, sodass deine Augen in deiner Wunschfarbe schimmern. Zudem sind sie ebenso gut verträglich wie herkömmliche Kontaktlinsen mit Sehstärke, sodass du bei korrekter Anwendung kein Gesundheitsrisiko befürchten musst.
Kulturelle und historische Bedeutung grauer Augen
In der Geschichte spielen graue Augen immer wieder eine wichtige Rolle. Die wohl bekannteste Vertreterin dieser Augenfarbe ist die griechische Göttin Athena, die auch als Göttin der Weisheit bezeichnet wird. Daher gingen die alten Griechen davon aus, dass alle Menschen mit grauen Augen eine ganz besondere Weisheit in sich tragen. Ganz ähnlich tauchen graue Augen auch in skandinavischen Legenden auf, in denen Personen mit dieser Augenfarbe immer wieder als besonders mutig und tapfer dargestellt wurden. Sie gelten oft als Träger von magischen Kräften und ihnen wird eine enge Verbindung mit dem Übernatürlichen nachgesagt. Sicher sind diese Mythen rund um graue Augen auch eng mit der Seltenheit der Augenfarbe verbunden, die sie besonders geheimnisvoll wirken lässt.
Einfluss der Augenfarbe auf den Charakter
Auch in der modernen Kultur sagt man Menschen mit grauen Augen eine Vielzahl unterschiedlicher Charakterzüge nach. So gelten graue Augen heute als Symbol für Gelassenheit und Sanftmütigkeit und Menschen, die graue Augen haben, werden als freundlicher wahrgenommen. Gleichzeitig scheinen Personen mit grauen Augen aber auch eine gewisse Unnahbarkeit auszustrahlen, was sie umso geheimnisvoller macht. Ob die Augenfarbe tatsächlich einen relevanten Einfluss auf unseren Charakter hat, konnte bisher aber nie abschließend geklärt werden.
Durchaus jedoch gibt es eine nachweise Wirkung auf andere Menschen: Forscher der Griffith Universität in Queensland konnten im Rahmen einer Studie nachweisen, dass Menschen mit hellen und seltenen Augenfarben durchschnittlich wettbewerbsfähiger und beliebter im Job sind als Menschen mit dunklen Augen.
Herausforderungen und Pflege für graue Augen
Während die Auswirkungen grauer Augen auf den Charakter bisher eher ins Reich der Sagen und Mythen gehören, sind die Auswirkungen auf den Körper doch nachweisbar. So sind graue Augen aufgrund ihrer geringen Melaninkonzentration deutlich lichtempfindlicher als dunkle Augen, was zu einer verstärkten Blendungsneigung führt. Die geringe Melaninkonzentration im Auge führt außerdem dazu, dass die schädlichen Strahlen der Sonne leichter in das Auge eindringen können. Daher haben Menschen mit hellen Augen ein höheres Risiko, an einem okularen Melanom zu erkranken – einer seltenen Krebserkrankung. Gerade an hellen Sommertagen sollten Menschen mit grauen Augen daher zu einer UV-blockierenden Sonnenbrille greifen.
Es gibt aber auch gute Neuigkeiten: Menschen mit grauen Augen haben ein geringeres Risiko, an bestimmten Haut- und Autoimmunerkrankungen zu leiden. So kommt die Hautkrankheit Vitiligo, bei der das Immunsystem die Zellen mit Melanin-Pigmenten angreift, bei Menschen mit grauen Augen nur ausgesprochen selten vor. Da diese Hauterkrankung mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Typ-1-Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Lupus und rheumatoider Arthritis in Verbindung gebracht wird, gehen Forscher nach derzeitigem Stand davon aus, dass bei Menschen mit grauen Augen auch das Risiko für diese Erkrankungen geringer ausfällt.
Ebenfalls ein Vorteil: Die Wissenschaftler einer Universität in Georgia (USA) haben im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass Menschen mit grauen Augen weniger stark auf Alkohol reagieren und dadurch mehr vertragen als Menschen mit dunklen Augen. Ähnliche Studien weisen zudem darauf hin, dass grauäugige Menschen weniger stark auf Medikamente reagieren und ein reduziertes Schmerzempfinden haben.
Graue Augen in der Popkultur
Auch in der Welt der Stars und Sternchen haben einige Menschen graue Augen. Als besonders bekannte Vertreterin gilt die Popsängerin Pink, die mit ihren grauen Augen ihre ganz persönliche Wildheit betont. Auch die Schauspielerin Megan Fox, die als absolutes Schönheitsidol gilt, setzt ihre grauen Augen immer wieder mit markantem Make-Up in Szene. Ein echtes Highlight war der Musiker David Bowie, der eine Iris-Heterochromie aufwies: Eines seiner Augen war grau, das andere braun. Nicht zuletzt trägt auch diese besondere Augenfarbe zu seiner bis heute anhaltenden Berühmtheit bei.
Graue Augen im Tierreich
In der Tierwelt sind graue Augen sehr verbreitet. Hunde und Katzen können, abhängig von der Rasse und Zucht, graue Augen aufweisen – oft gelten die Tiere dann als besonders mystisch. Auch Wildkatzen wie Leoparden und Wölfe mit grauen Augen wurden im Laufe der Geschichte immer wieder gesichtet und beschrieben. Diesen Tieren wurde meist eine ganz besondere Stärke zugeschrieben.
Obwohl eine Vielzahl aller Primaten eher zu dunklen Augen neigt, kommen graue Augen auch bei Affen vor. Insbesondere die Gruppe der Blauaugenmakis, die eigentlich für ihren blauen Augen bekannt ist, bringt hin und wieder Exemplare mit grauen Augen hervor.
FAQ graue Augen
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