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Der Fielmann Ratgeber:

Nystagmus: Die unwillkürlichen Augenbewegungen

Das Sehen zählt zu den wichtigsten menschlichen Sinnesleistungen – Einschränkungen wirken sich daher unmittelbar auf Alltag und Lebensqualität aus. Eine relevante Sehbeeinträchtigung kann durch das sogenannte Augenzittern, den Nystagmus, entstehen. Dabei handelt es sich um unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen, die je nach Form angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein können. Im Folgenden erfährst du, welche Symptome auftreten, wodurch Nystagmus ausgelöst wird und welche Therapiemöglichkeiten bestehen.

Auf einen Blick

  • Nystagmus bezeichnet eine unwillkürliche, rhythmische Augenbewegung, die meist horizontal, seltener vertikal oder rotatorisch verläuft und von Betroffenen nicht willentlich kontrolliert werden kann. Es existieren unterschiedliche Formen mit verschiedenen Ursachen.

  • Umgangssprachlich wird die Erkrankung als „Augenzittern“ bezeichnet. Neben der sichtbaren Augenbewegung kommt es häufig zu einer verminderten Sehschärfe, da ein stabiles Fixieren von Objekten erschwert ist. Auch Schwindel oder Unsicherheitsgefühle können auftreten.

  • Die Ursachen sind vielfältig und abhängig von der jeweiligen Nystagmusform. Einige Varianten sind angeboren oder genetisch bedingt, andere treten im Zusammenhang mit Augen-, Nerven- oder Allgemeinerkrankungen auf.

  • Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausprägung. Neben optischen Hilfen und medikamentösen Ansätzen kommen in ausgewählten Fällen operative Verfahren zur Anwendung, um die Symptome zu lindern.

Allgemeines zum Nystagmus

Das Augenzittern beschreibt unkontrollierte, meist beidseitige und rhythmische Augenbewegungen, die aus einer langsamen Abweichbewegung und einer schnellen Rückstellbewegung bestehen. Diese Bewegungen entziehen sich der willentlichen Kontrolle.

Es existieren verschiedene Formen des Nystagmus, die unter anderem nach Bewegungsrichtung, Auslösemechanismus oder Ursache unterschieden werden. Ein Spontannystagmus liegt vor, wenn die Augenbewegungen ohne äußeren Reiz in Ruhe auftreten. Wird das Zittern erst durch bestimmte Bewegungen oder Lageveränderungen, etwa Kopfbewegungen, ausgelöst, spricht man von einem Provokationsnystagmus.

Grundsätzlich wird zwischen physiologischem und pathologischem Nystagmus unterschieden. Der physiologische Nystagmus ist eine normale Reaktion des Körpers und tritt beispielsweise beim Blick aus einem fahrenden Zug auf, um bewegte Bilder zu stabilisieren. Der pathologische Nystagmus hingegen ist krankhaft und sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Wenn das Auge zittert: Symptome

Leitsymptom des Nystagmus ist die unwillkürliche Augenbewegung selbst. Betroffene nehmen ihre Umgebung dadurch häufig als unscharf oder „verwackelt“ wahr, was zu einer reduzierten Sehschärfe führt.

Zusätzlich können Schwindel, Unsicherheit beim Gehen oder eine Zunahme der Beschwerden bei gezielter Fixation auftreten. Viele Betroffene nehmen instinktiv eine bestimmte Kopfhaltung ein, um einen Punkt zu finden, in dem das Zittern geringer ist.

Die dauerhafte Belastung durch die Sehstörung kann zu Stress, Erschöpfung oder Angst führen, was die Symptome wiederum verstärken kann. Daher sollte auch bei milden Beschwerden eine augenärztliche Abklärung erfolgen.

Zur Diagnostik gehören eine ausführliche Anamnese sowie spezielle Untersuchungen der Augenbewegungen. Häufig wird dabei eine Frenzelbrille eingesetzt, die das Fixieren verhindert und dem Arzt eine genaue Beobachtung der Augenbewegungen ermöglicht.

Nystagmus: Ursachen für das Zittern der Augen

Die Ursachen eines Nystagmus sind vielfältig und hängen von der jeweiligen Form ab. Angeborene Varianten entwickeln sich meist früh in der Kindheit, während erworbene Formen Folge anderer Erkrankungen sein können. Mögliche Auslöser sind unter anderem:

  • Angeborener oder frühkindlicher Grauer Star (Linsentrübung)

  • Aniridie (Fehlen der Iris)

  • Albinismus

  • Netzhautveränderungen oder -narben

  • Augenverletzungen

Darüber hinaus können auch Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans oder des zentralen Nervensystems eine Rolle spielen.

Ist das Augenzittern behandelbar?

Die Behandlung des Nystagmus richtet sich nach Ursache, Ausprägung und individuellem Leidensdruck. Ziel ist es, die Sehschärfe zu verbessern und die störenden Symptome zu reduzieren.

In ausgewählten Fällen werden Medikamente wie Memantin oder Gabapentin eingesetzt, insbesondere bei erworbenen Formen. Ihre Wirksamkeit ist jedoch begrenzt und individuell unterschiedlich, zudem können Nebenwirkungen auftreten.

Häufiger kommen operative Verfahren zum Einsatz. Dabei lassen sich zwei grundlegende Therapieansätze unterscheiden:

Reduktion der Intensität: Durch operative Eingriffe an den Augenmuskeln oder in bestimmten Fällen durch Botulinumtoxin-Injektionen kann die Stärke der Augenbewegungen abgeschwächt werden.

Verstärkung von Kompensationsmechanismen: Viele Betroffene entwickeln eine entlastende Kopfhaltung, um das Zittern zu minimieren. Eine operative Augenmuskelverlagerung, wie die Operation nach Kestenbaum, kann diese natürliche Kompensation unterstützen, indem die Augen in einer günstigeren Position zur Ruhe kommen.

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