
Der Fielmann Ratgeber:
Geschwollene Augenlider (Lidödem)
Vermeidest du morgens den Blick in den Spiegel, weil deine Augenlider angeschwollen sind? Sind sie dick, verquollen und manchmal sogar schmerzhaft? Keine Sorge – in den meisten Fällen haben diese Symptome harmlose Ursachen. Im Folgenden erfährst du, wie ein Lidödem entsteht und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Auf einen Blick:
Ein Lidödem ist eine akute oder chronische Flüssigkeitseinlagerung im Lidbereich, die meist die Oberlider betrifft.
Typische Beschwerden sind sichtbare Schwellungen, Druckgefühl oder Schmerzen, Juckreiz, vermehrter Tränenfluss sowie gelegentlich vorübergehende Sehstörungen.
Mögliche Ursachen reichen von harmlosen Auslösern wie Schlafmangel, Weinen, Alkohol oder salzreicher Ernährung bis hin zu Allergien, Entzündungen und systemischen Erkrankungen wie Herz- oder Nierenerkrankungen.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Während akute, harmlose Schwellungen oft spontan abklingen und durch Kühlung oder eine angepasste Schlafposition gelindert werden können, erfordern allergische oder krankheitsbedingte Lidödeme eine gezielte Therapie der Grunderkrankung.
Basiswissen zu Lidschwellungen
Die oberen Augenlider schützen das Auge vor Austrocknung und Fremdkörpern. Kommt es zu einer Schwellung – einem sogenannten Lidödem – kann das Lid nur eingeschränkt schließen, wodurch die Schutzfunktion beeinträchtigt wird. Besonders häufig sind die Oberlider betroffen, da die Haut dort sehr dünn ist und das darunterliegende Bindegewebe locker aufgebaut ist. Schwellungen der Unterlider stehen hingegen oft im Zusammenhang mit Störungen des Lymph- oder Tränenabflusses.
Symptome eines geschwollenen Augenlids
Ein Lidödem äußert sich durch eine sichtbare Vorwölbung über die normale Lidkontur hinaus. Betroffene beschreiben häufig ein Spannungs- oder Druckgefühl, gelegentlich auch Schmerzen. Zusätzlich können Juckreiz, vermehrter Tränenfluss und eine vorübergehende Einschränkung der Sehleistung auftreten. In manchen Fällen ist auch die Bindehaut geschwollen oder gerötet.
Ursachen: Wie entstehen Lidödeme?
Lidödeme können akut oder chronisch auftreten. Chronische Schwellungen beruhen häufig auf allergischen Reaktionen, etwa auf Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare. Da eine vollständige Meidung der auslösenden Allergene oft nicht möglich ist, können diese Schwellungen länger bestehen bleiben. Im Rahmen einer Allergie tritt nicht selten zusätzlich eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) auf, die sich durch Rötung, starken Juckreiz und vermehrten Tränenfluss äußert.
Auch bakterielle oder virale Infektionen können entzündliche Prozesse am Auge auslösen, die mit einem Lidödem einhergehen. Da Keime leicht durch Reiben ins Auge gelangen, sollte auf häufiges Augenreiben verzichtet werden. Bestehen Schwellungen über längere Zeit oder treten sie wiederholt auf, ist eine augenärztliche Abklärung notwendig, da auch ernsthafte Erkrankungen als Ursache infrage kommen können, unter anderem:
Herzerkrankungen
Bluthochdruck
Schilddrüsenerkrankungen
Nierenerkrankungen
Augenerkrankungen
Infektionskrankheiten
Akute Lidödeme entstehen häufig durch vorübergehende Faktoren wie Schlafmangel, Weinen, übermäßigen Alkoholkonsum oder eine salzreiche Ernährung. Beim Weinen kommt es zu einer vermehrten Tränenproduktion sowie zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Durch die erhöhte Gefäßdurchlässigkeit kann Flüssigkeit leichter in das lockere Lidbindegewebe übertreten und dort eine sichtbare Schwellung verursachen. Zusätzlich kann mechanisches Reiben der Augen die Schwellung verstärken.
Viele Betroffene bemerken Lidschwellungen besonders nach dem Aufwachen. In liegender Position ist der Lymph- und Venendrainagefluss vermindert, wodurch sich Flüssigkeit im Gesicht und insbesondere im Lidbereich ansammelt. Alkohol, salzreiche Ernährung und eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr können diesen Effekt zusätzlich verstärken. Sind neben den Lidern auch Lippen oder Wangen betroffen, spricht man von Gesichtsödemen.
Behandlung von Lidödemen
Die Therapie eines Lidödems richtet sich stets nach der zugrunde liegenden Ursache, weshalb eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist. Anhand der Beschwerden, des klinischen Befunds und der Krankengeschichte kann der Arzt mögliche Auslöser eingrenzen.
Bei Verdacht auf eine allergische Ursache sollten die verantwortlichen Allergene identifiziert und möglichst gemieden werden. Ergänzend kommen antiallergische Augentropfen oder Salben zum Einsatz, um die Entzündungsreaktion zu lindern. Akute, harmlose Schwellungen lassen sich häufig durch Kühlung der Augenpartie, etwa mit kühlen Kompressen, reduzieren. Auch eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen den Abbau von Flüssigkeitseinlagerungen.
Wer regelmäßig morgens unter geschwollenen Augenlidern leidet, kann durch eine angepasste Schlafposition Abhilfe schaffen: Eine erhöhte Lagerung des Kopfes, beispielsweise mithilfe eines zusätzlichen Kissens, fördert den Lymphabfluss.
Liegt dem Lidödem jedoch eine ernsthafte Grunderkrankung zugrunde, ist eine gezielte ärztliche Behandlung dieser Erkrankung erforderlich.
Weitere Ratgeber:
Hier findest du weitere fundierte und aktuelle Informationen rund um das Thema Augengesundheit. Unsere Artikel bieten dir wertvolle Einblicke in Prävention, Pflege und Behandlungsmöglichkeiten von Augenbeschwerden.





