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Hof Ritzerau.

Der Unternehmer und Biobauer Günther Fielmann erwarb 1999 die Domäne Hof Ritzerau im Kreis Herzogtum Lauenburg. Auf diesem 250-ha-Betrieb lässt der Ökolandwirt in einem auf Jahrzehnte angelegten Monitoring-Programm von der Christian-Albrechts-Universität, Kiel, die Auswirkungen der Umstellung vom konventionellen auf den ökologischen Landbau wissenschaftlich untersuchen.

Hof Ritzerau ist kein Versuchsgut im herkömmlichen Sinn, auf dem im Parzellenmaßstab experimentiert wird und bei dem die Wirtschaftlichkeit an zweiter Stelle steht. Ritzerau ist ein eigenständiger Betrieb, der unabhängig von laufender Forschung schwarze Zahlen schreiben muss.

Der Forschungsansatz ist interdisziplinär und reicht von Boden, Wasser, Flora und Fauna über den Pflanzenanbau und Pflanzenschutz bis zur Ökonomie. Er ist nicht nur darauf ausgerichtet, die Auswirkungen auf die belebte und unbelebte Umwelt zu verfolgen, er soll auch Anbauverfahren weiterentwickeln und damit den ökologischen Landbau insgesamt voranbringen.

Die wissenschaftliche Begleitung setzt nicht erst mit der Umstellung des Betriebes ein, sondern mit der Analyse des Ausgangszustandes, nimmt damit bereits entscheidenden Einfluss auf die Einteilung der Schläge mit ihren Fruchtfolgen und die Neuanlage von Biotopstrukturen.

Einzigartig ist dieses Projekt insbesondere durch den zeitlichen Ansatz, denn die Forschungsarbeiten sind als langfristiges Monitoring auf Jahrzehnte angelegt. Dieses Forschungsvorhaben soll frei von Unsicherheiten sein. Um die Finanzierung sicherzustellen, wird eine Stiftung ins Leben gerufen. Die Investitionen des Gesamtvorhabens bewegen sich im zweistelligen Millionenbereich.

Überzeugung ist kein gesichertes Wissen. Dieses Forschungsvorhaben dient dazu, wissenschaftliche Daten zum nachhaltigen Ressourcenschutz zu gewinnen und die Rolle des biologischen Landbaus im Arten- und Biotopschutz zu analysieren. Ein weiteres Vorhaben ist die Weiterentwicklung von Anbauverfahren und damit die Optimierung der Wirtschaftlichkeit von Biohöfen.